Manga und Comics,  Fantasy

„Nina – Die Sterne sind dein Schicksal 01“ – Rezension

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„Nina – Die Sterne sind dein Schicksal“ war bei mir tatsächlich ein Wackelkandidat als es um Novitäten, die ich bald lesen möchte, ging. Der Zeichenstil hat mich offensiv angesprungen, während der Klappentext und der Fantasyfokus nicht direkt meins waren. Letztendlich hat mich der Zeichenstil in Kombi mit potentieller Romantik dazu gebracht, zumindest Band eins zu testen.

Nina ist eine Weise, deren Eltern bei einer landesweiten Seuche gestorben sind. Sie kämpft sich mit den Brüdern Saji und Colin mit Diebstählen durchs Leben. Das Leben, das sie führen ist zwar hart, aber sie sind füreinander da und haben trotzdem Spaß. Als Colin eines Tages aber schwer erkrankt, überlegt Saji wie er Geld für einen Arzt auftreiben kann, doch Nina resigniert – denn mittellosen Waisen wird niemand helfen. Kurz drauf stirbt Colin und alles verändert sich.

Saji nimmt Nina mit zu einem geheimnisvollen Haus, doch nicht um weiter mit ihr zusammen zu bleiben, nein – er hat sie an Menschenjäger verkauft, da sie nicht nur ein Mädchen, sondern auch noch besonders blaue Augen hat. Nina ist vom Verrat Sajis schockiert. Sie wird weder versklavt noch getötet, denn sie soll die kürzlich verstorbene Prinzessin Alicia als Double ersetzen und den Kronprinzen des Nachbarkönigreichs heiraten, um Krieg zu verhindern.

Der zweite Prinz Azur Ces Fortuna nimmt sich ihrer an, um sie möglichst auf ihre Rolle zu trainieren. Nina sträubt sich dagegen, denn das Leben an Hofe ist zwar besser als das auf der Straße, doch sie verliert sich selbst dabei. Da die ursprüngliche Prinzessin Alicia zur Sternenpriesterin ausgebildet werden sollte, lebte diese bisher alleine in einem Sternenpalast, weshalb den Unterschied niemand bemerkt, aber durch Ninas komplette Unwissenheit und fehlenden Kenntnissen in der Etikette wird Misstrauen erweckt. Nina gerät schnell in Intrigen, in die auch der Prinz verwickelt wird.

Zusätzlich zu Ninas Sorge vor der Heirat und ihrer Angst ihre eigene Persönlichkeit zu verlieren, scheint sie mit der Zeit auch noch Gefühle für Prinz Azur zu entwickeln….

Story

Die Geschichte fängt bereits dramatisch mit dem Tod des Waisenjungen an, wodurch das Leben von Nina, so wie sie es kannte und liebte, auseinanderbricht. Auch der Verrat von Saji erschüttert Nina, doch gleichzeitig erkennt sie die Realität dabei. Im ersten Band liegt der Fokus sehr auf der Ausbildung von Nina zur Prinzessin und den ersten Intrigen bei Hofe.

Mir hat die Idee der Sternenpriesterin gut gefallen, wobei man bisher noch nicht allzu viel darüber erfahren hat. Ich mag die realistische Herangehensweise an das Leben, dass man nicht alles immer nur positiv sehen kann, aber dass schlimme Ereignisse bzw. unerwünschte Entwicklungen auch positive Seiten haben.

Zum Ende hin kam noch eine kleine romantische Note dazu, von der ich aber noch nicht ganz überzeugt bin – aber diese hat ja noch Zeit sich weiterzuentwickeln.

Charaktere

Nina finde ich als Protagonistin toll. Sie ist anfangs einfach nur ein junges Mädchen, das sich seit Jahren durchs Leben kämpft, aber auch mit der Einfachheit ihres Lebens zufrieden ist. Obwohl es negative Entwicklungen gibt, geht sie trotz ihres jungen Alters realistisch an viele Dinge heran. Sie versucht neben den schlechten Dingen auch die positiven zu sehen und aus ihrer Lage und ihrem Leben das Beste zu machen. Sie steht für sich selbst ein und versucht trotz der vielen Veränderungen einen Teil von sich selbst zu bewahren.
Im ersten Band kommt sie mir noch sehr kindlich vor, ich bin aber gespannt auf ihre weitere Entwicklung, vor allem von ihrer emotionalen Seite. Außerdem bin ich gespannt, ob in Ninas Vergangenheit noch mehr passiert ist.

Azur ist für mich noch etwas schwierig einzusortieren. Zu Beginn tritt er häufig kühl, kalkulierend und distanziert auf, was ihn ziemlich alt wirken lässt. Allerdings erfährt man im Laufe der Geschichte auch einiges über ihn und seine Familie, was sein Verhalten gut nachvollziehen lässt. Er wird gegenüber Nina etwas offener, aber ich bin auch hier neugierig, in welche Richtung sich Azur begeben wird.

Zeichenstil

Grafisch ist der Manga einfach toll. Den Zeichenstil finde ich persönlich wunderschön, weshalb ich auch zu dem Manga gegriffen habe, obwohl diese Art von Fantasy nicht unbedingt mein normales Beuteschema ist.

Die Charaktere sind sauber, detailliert und facettenreich gestaltet, vor allem die Gesichter und ihre Mimik. Die Augen von Nina sind nicht nur in der Geschichte erwähnt, sondern sie sind auch zeichnerisch betont und schön anzusehen.

Die Kleidung ist individuell und abwechslungsreich an die unterschiedlichen Charaktere angepasst. Die Hintergründe und auch Gegenstände sind sauber und trotzdem detailreich gezeichnet.

Fazit

Auch wenn die Geschichte nicht zu hundert Prozent mein Interesse erweckt hat, konnten mich der Charakter von Nina und der Zeichenstil soweit fesseln, dass ich den zweiten Teil definitiv noch lesen möchte. Wer auf einen feinen und detaillierten Zeichenstil steht, und zudem eine Vorliebe für Fantasygeschichten mit Hofintrigen und Rollentausch hat, ist hier goldrichtig!

☁ ☁ ☁ von 5 Wolken

  • Mangaka: Rikachi
  • Verlag: Altraverse
  • Einband: Taschenbuch
  • Reihe: bisher 5 Bände in Japan (Stand Juni 2021)
  • Seiten: ca. 176
  • Lesealter: ab ca. 13 Jahre
  • ISBN: 978-3-96358-816-7

Nina hat bisher ein Leben als Diebin geführt. Doch als Prinzessin Alicia vom Königreich Fortuna ums Leben kommt, ändert sich alles. Da sie dieselben blauen Augen wie Alicia hat, wird Nina von Prinz Azur entführt und als Doppelgängerin eingesetzt. Nun muss sie nicht nur Manieren lernen und sich prunkvoll kleiden, sondern soll auch den Kronprinzen eines fremden Reiches heiraten. Ob sie ihr neues Schicksal erfüllen kann?

(Quelle: www.altraverse.de)

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