Kinderbuch,  Bücher

„Maxi von Phlip“ von Anna Ruhe – Rezension

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Anna Ruhe kennt man als Autorin bereits durch die bekannte Kinderbuchreihe „Die Duftapotheke“. Ich muss gestehen, dass ich sie selbst komplett zuhause im Regal stehen, aber noch nicht gelesen habe. Viele meiner jüngeren Kunden und Kundinnen lieben „Die Duftapotheke“ abgöttisch und fiebern auf das Finale im Herbst zu (meine Ausrede dafür, dass ich noch mit dem Lesen der Reihe warte), und haben es mir auch immer ans Herz gelegt.

Als ich „Maxi von Phlip – Vorsicht, Wunschfee!“ in der Buchhandlung ausgepackt habe, war ich zuerst etwas irritiert, da das neue Buch vom Alter her definitiv eine andere Zielgruppe anspricht. Aus Neugier und Gefallen an der Geschichte habe ich mir daher gleich den ersten Band mitgenommen und – wie ihr seht – dann auch den zweiten Band hinterher.

Geschichte

Paula Goldberg ist ein normales, junges Mädchen – zumindest bis sie die Flasche mit einer Fee findet. Paulas Papa hat einen Trödelladen, in dem er allerhand alte Dinge verkauft. Als Paula nach einem Schultag heimkommt, hat er neue Ware bekommen. Allerdings steht in der neuen Kiste eine alte grüne Flasche, die eher ins Altglas müsste als in einen Trödelladen. Paula will die Flasche also in ihrer Wohnung zum Altglas stellen, doch plötzlich bewegt sich etwas in der Flasche! Und hopplahopp ist Paulas Leben wild auf den Kopf gestellt.

In der Flasche war die kleine Fee Maxi – eigentlich ja Maximeralda Feodora Dilara Nima von Phlip – seit langer Zeit eingesperrt, weil sie einen schlimmen Fehler in der Feenwelt gemacht hat. Ihr wurden einige Feen-Fähigkeiten genommen und sie zur Flaschenfee herabgesetzt. Sie muss jemandem etwas Gutes tun, um wieder eine richtige Wunschfee zu werden. Da Paula sie gefunden hat, ist es Maxis Aufgabe, Paulas Wünsche zu erfüllen, doch blöderweise versteht Maxi meistens ganz andere Dinge unter ihren guten Taten als gut für Paula wäre…

Chaos vorprogrammiert!

Wer hier Abenteuer und Spannung wie bei der Duftapotheke erwartet, ist hier leider fehl am Platz. Die Geschichte rund um Paula und Maxi ist eine etwas kürzere und dennoch spannende, aber vor allem lustige Geschichte. Paulas Alltag ändert sich gewaltig, als sie auf die Flaschenfee Maxi trifft. Maxi von Phlip ist eine absolut quirlige, neugierige und fast schon übermotivierte kleine Fee, die Paula zwar oft Gutes tun will, aber hoffnungslos daneben liegt. Selten versteht sie, was Menschen denken oder für gut befinden. Aber diese Patzer bringen einen absolut zum Lachen, und es ist spannend, mitzuverfolgen, wie Paula und Maxi aus den Schwierigkeiten wieder herauskommen.

Während der erste Band „Vorsicht, Wunschfee!“ eher sehr lustig und chaotisch war, so war der zweite Band viel spannender. Im zweiten Band wird Maxi nämlich entführt! Aber wieso genau und was mit Maxi passiert, müsst ihr selbst lesen 😉

Mir haben beide Geschichten viel Spaß gemacht, trotzdem würde ich die Bücher eher sehr jungen Lesern und Leserinnen empfehlen, da sie für Ältere vermutlich zu kurz sein werden.

Die Charaktere

Paula Goldenberg ist unsere junge Protagonistin. Sie geht noch zur Schule und lebt mit ihrem Papa in der Wohnung über dem Trödelladen. Als junges Mädchen hat sie es trotz bester Freundin natürlich nicht immer leicht in der Schule, denn von den „beliebteren“ Mädchen wird sie oft als seltsam bezeichnet und geärgert.

Als Paula Maxi in der Flasche entdeckt, ist sie erst perplex und macht sich Sorgen, ob sie nicht verrückt wird. Denn wer hätte gedacht, dass es Feen wirklich gibt und dann auch noch in Flaschen eingesperrt? Nachdem der erste Schreck vorbei ist, freut sich Paula über die neue Gesellschaft. Auch wenn Maxi zwar nicht all ihre Feen-Fähigkeiten zu haben scheint, ist es ja doch ziemlich cool, eine eigene Wunscherfüllerin zu haben, oder?

Doch mit so einer chaotischen Fee hat Paula nicht gerechnet. Ihre Wünsche scheinen an Maxi total vorbei zu gehen und stattdessen richtet Maxi meist mehr Chaos als Hilfe an, was Paula oft in schwierige Situationen bringt. Auch wenn Paula deshalb Ärger hat oder anfangs wütend ist, versteht sie doch Maxis eigentliche Intention dahinter, ihr einfach zu helfen. Sie versucht sich selbst immer klar zu machen, dass Maxi ihr nie etwas Böses, sondern immer nur auf ihre Weise helfen möchte. Diese Eigenschaft an Paula gefällt mir richtig gut!

Jeder sollte immer auch versuchen, sich in seinen Gegenüber einzufühlen, bevor man auf jemanden sauer ist.

Maxi von Phlips voller Name ist seeeehr lang und nicht unbedingt einfach zu merken: Maximeralda Feodora Dilara Nima von Phlip. Klingt zwar toll, aber den Namen jedes Mal auszusprechen, ist schon anstrengend. Deswegen (und weil Maxi das besser gefällt) heißt sie einfach nur Maxi.

Maxi ist eine quirlige, etwas aufgedrehte, absolut neugierige, junge Fee, die einen unbändigen Appetit hat, versehentlich etwas sehr Wichtiges in der Feenwelt verloren hat und deshalb für lange Zeit in eine Flasche gesperrt wurde. Dort musste sie so lange bleiben, bis ein Mensch sie findet, dessen gute Fee sie dann sein kann. Ihre Aufgabe als Flaschenfee ist es, dem Menschen, der sie findet, etwas Gutes zu tun. Für jede Gute Tat wird die grüne Flasche heller, und sobald die Flasche schön hellrosa ist, wird Maxi wieder zur richtigen Fee mit all ihren Kräften. Allerdings ist Maxi etwas ausgeflippter und versteht partout nicht die Welt der Menschen und was „Gute Taten“ für Menschen sind. Sie denkt einfach ganz anders und macht, was sie für gut befindet.

Paula und Maxi aus „Maxi von Phlip“
Illustrator: Max Meinzold
Autorin: Anna Ruhe
Verlag: Arena Verlag

Dass sie dabei oft Chaos hinterlässt und ihre Wünsche oftmals nach hinten losgehen, knickt die kleine Fee natürlich. Auch wenn sie nicht immer versteht, warum ihre gute Tat nicht immer positiv ist, versucht sie es trotzdem immer wieder und gibt in ihrem Sinne ihr Bestes. Paula und sie ergänzen sich doch auch auf gewisse Art und Weise gegenseitig und bald werden sie auch gute Freundinnen.

Neben unseren beiden Protagonistinnen lernen wir noch ein paar andere Charaktere kennen.

Die Oberfeen alias das Feenkomitee: Maxi hat von den drei Oberfeen Luma, Elida und Glenna ihre Flaschenstrafe erhalten und muss ihnen mit Paula beweisen, dass sie ihre Feenfähigkeiten zurück verdient. Die drei Feen können Maxi Stück für Stück ihre Fähigkeiten zurückgeben oder helfen Paula im Zweifel aus der Patsche, falls Maxi etwas nicht wieder hinbiegen kann. Die drei sind allerdings sehr streng zu Maxi, da sie etwas Wichtiges aus ihrer Feenwelt verloren hat.

Baron Schnurr ist Paulas gemütlicher Kater, der Maxi scheinbar auch sehen und absolut nicht leiden kann. Er jagt die kleine Fee und möchte sie am liebsten loswerden. Trotzdem hat Baron Schnurr ein gutes Herz und hat seine Paula wirklich gern.

Die restlichen Charaktere, wie Paulas Papa oder ihre beste Freundin, müsst ihr ganz einfach selbst kennenlernen!

Schreibstil und Illustrationen

Die Geschichte ist in sehr einfacher Sprache geschrieben und damit perfekt für junge Leseeinsteiger oder zum Vorlesen. Die Sätze sind kurz und verständlich, ebenso wie die Kapiteleinteilung sich gut zum etappenweise (vor)lesen eignet.

Die Optik ist absoluter Wahnsinn!

Max Meinzold ist ein wunderbarer Illustrator, der bereits auch viele andere Kinderbücher, wie z.B. „Lia Sturmgold“ oder „Die Clans von Cavallon“ oder auch „Die Geheimnisse von Oaksend“, wunderschön gestaltet hat. Das Buch ist nicht nur grandios illustriert, nein. Es ist zusätzlich richtig toll gestaltet und mit viel Liebe zum Detail!

Maxis feetastische Ausrufe wie „Perfektostatisch“ oder „Prima-maxi-metrisch“ sind extra hervorgehoben. Außerdem ist jede einzelne Seite, auch die ohne größere Illustrationen, besonders gestaltet. Ob Farbspiele um den Text herum, Sternen, Blasen oder kleine Zusatzillustrationen – jede Seite sieht einfach toll aus. Zippo-zappo-klärchen? 😉

Fazit

Mir haben die zwei Geschichten rund um Paula und Maxi gut gefallen, richtig angetan war ich aber von der Gestaltung und den Illustrationen. Älteren Kindern würde ich zum Selbstlesen eher abraten, da es für viele vermutlich zu kurz und unaufgeregt ist. Für magisch begeisterte Leseeinsteiger und Leseeinsteigerinnen allerdings sind die Bücher perfekt. Sie eignen sich auch super zum gemeinsamen Vorlesen und Entdecken!

☁ ☁ ☁ ☁ von 5 Wölkchen

Bei Paula Goldenberg ist eine echte Wunschfee eingezogen – mit Glitzerstaub und Zauberkraft! Genial, oder? Naja, fast … Maximeralda Feodora Dilara Nima von Phlip, oder einfach Maxi, ist eine beurlaubte Fee mit eingeschränkten Zauberfähigkeiten. Erst wenn sie für Paula gute Taten vollbringt, kann sie eines Tages wieder eine echte Fee werden. Doch Maxi hat ganz eigene Vorstellungen davon, was gut für Paula ist. Stinknormale Tage sind ab jetzt superspannende Kopfstandtage …

Feenwirbel, hallo! Langweile, ade!

(Quelle: www.arena-verlag.de)

  • Autorin: Anna Ruhe
  • Illustrator: Max Meinzold
  • Verlag: Arena Verlag
  • Buchreihe: Bisher 2 Bände (Stand August 2021)
  • Lesealter: ab 7 Jahre + (oder Vorlesen)

Band 1:

  • Titel: Maxi von Phlip – Vorsicht, Wunschfee!
  • Seiten: ca. 106 Seiten
  • Erscheinungsdatum: 11.02.2021
  • ISBN: 978-3-401-71328-1

Band 2:

  • Titel: Maxi von Phlip – Wunschfee vermisst!
  • Seiten: ca. 108 Seiten
  • Erscheinungsdatum: 15.07.2021
  • ISBN: 978-3-401-71329-8

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