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„Flüsterwald – Das Abenteuer beginnt“ von Andreas Suchanek – Rezension

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Ist dieses Cover nicht ein Traum? Genau dieser erste Gedanke kam mir, als ich das Buch von Andreas Suchanek das erste Mal gesehen habe. Und ein gutes Cover ist bei mir schon die halbe Miete. Als es dann auch noch um geheimnisvolle Abenteuer rund um Magie ging, war es beschlossene Sache: Dieses Buch zieht bei mir ein!

Und damit nicht genug – das Hörbuch durfte gleich noch mit einziehen!

Lukas zieht neu mit seiner Familie in das abgelegene Dorf Winterstein. Lukas ist der Einzige, der nicht wirklich begeistert davon ist, denn er ist weit weg von seinen alten Freunden. Sie ziehen in ein kleines Kaff und noch dazu in ein ziemlich altes Haus, dessen Vorbesitzer wohl ein seltsamer Professor war. Naja, halbe Ruine trifft es für Lukas wohl eher. Nachts wacht Lukas wegen Geräuschen und einem Lichtschimmer hinter seinem Bücherregal auf. Irgendwann entdeckt er, dass das eine Geheimtür ist! Und was sich da alles auf dem verborgenen Dachboden befindet… Da Lukas eine Leseratte ist, nimmt er sich ein Buch von dort mit, um darin etwas zu lesen. Faszinierend sieht das Buch ja definitiv aus. In einer weiteren Nacht wird Lukas von einem Radau geweckt und was sieht er? Da klaut jemand Sachen von seiner Familie und auch dann auch noch das Buch! Lukas will den Dieb nicht entkommen lassen (wie viel Ärger würde er doch von seiner Mutter bekommen, wenn deren Sachen einfach abhanden kommen), und läuft ihm in Richtung des angrenzenden Waldes nach. Doch irgendwie ist das nicht der Wald, den er von seinem Haus aus sehen kann. Was er sieht, kann er kaum glauben, denn seine Augen sehen genau das, was er in dem Buch gelesen hat! Und damit stolpert er in eine unglaubliche Nacht voller Abenteuer.

Inhalt

Wow-wow-wow, hat mir diese Geschichte gefallen! Als ich an einem Nachmittag begonnen habe, hat mich der Prolog erst einmal mit Gänsehaut zurückgelassen. Daraufhin musste ich zweimal nachsehen, ob ich auch wirklich den „Flüsterwald“ höre, aber ja, das war er. Also gleich ein richtig spannender Einstieg. Dann beginnt die Geschichte mit dem Umzug von Lukas und seiner Familie. Und bald schon stolpert er in das Abenteuer seines Lebens und wortwörtlich in den Flüsterwald hinein. Ich habe mit Fantasie und Spannung gerechnet, aber nicht in diesem Maße. Ich war absolut gefesselt und überwältigt von der Geschichte. Lukas stolpert nachts in den Flüsterwald und begegnet dort zuerst einem neugierigen Wesen, einem Menok namens Rani, und daraufhin gleich noch der Elfe Felicitas mit ihrer Beschützer-Katze Punchy – also genau genommen Pedora Ulinde Naftet von Chibalka. Allerdings hält dieses Kennenlernen nicht lange an, denn Lukas ist ein Mensch im Flüsterwald, und Menschen haben dort nichts verloren. Das bekommen er und seine neuen Bekannten recht schnell zu spüren, denn ein düsterer Wark, ein unheimliches Wesen und Beschützer des Waldes, verfolgt Lukas. Eine Verfolgung auf Leben und Tod beginnt für die drei!

Charaktere

Lukas ist eine ziemliche Leseratte, und entpuppt sich als ziemlich mutiger Abenteurer. Seine Familie findet er zwar nervig, vor allem seine kleine Schwester, aber dass seiner Familie was passiert, das will er keineswegs. Deswegen ist es auch keine Option für Lukas, aufzugeben und den Wark gewinnen zu lassen, wer weiß, was der mit Lukas Familie macht?! Außerdem war ich sehr beeindruckt von der realistischen Gefühlswelt, die Lukas innehält. Er ist als einziger seiner Familie nicht wirklich begeistert von dem Umzug nach Winterstein. Es ist ein Kaff, es gibt kein gutes Internet, das Haus ist alt und von seinem besten Freund ist er kilometerweit weg, und dann blüht ihm auch noch eine neue Schule. Aber auch die positiven Seiten sieht Lukas durchaus: Sein Zimmer sieht doch ganz cool aus (Platz für viele Bücher!), und der Wald nebenan macht ihn auch neugierig. Lukas als Protagonist gefällt mir einfach wahnsinnig gut, weil er menschlich und auch kindlich ist. Absolut begeistert war ich von seiner Entwicklung und Einstellung, dass er auch in gefährlichen Situationen seine neuen Bekannten nicht im Stich lässt, und trotz seiner großen (absolut berechtigten!) Angst über sich hinauswächst und hilft, so gut er kann.
Lukas Familie kommt natürlich in seinem Alltag viel vor. Sein Vater ist Lehrer, hat eine neue Stelle an der örtlichen Schule (an seiner Schule – grauenvoll!) bekommen und ist damit auch der Grund für den Umzug. Seine Mutter ist Psychologin und erfüllt teilweise wirklich gut das Klischee, indem sie die Familie selbst immer wieder analysiert und versucht, nach unterschiedlichsten Lebensweisheiten zu leben. Die Unterhaltungen seiner Eltern und auch die Dialoge zwischen ihm und seiner Mutter sind deshalb oft einfach irrsinnig witzig und wirklich zum Lachen. Wer mich oftmals wirklich in den Wahnsinn getrieben hat, war Lisa, die kleine Schwester von Lukas. Sie ist erst sechs, furchtbar neugierig, absolut nervig und ihr liebstes Hobby ist Lukas zu nerven und dann zu behaupten, dass er sie geärgert hat oder gemein zu ihr war. Wer selbst Geschwister hat (wie ich), wird absolutes Verständnis aufbringen können. Trotzdem möchte ich nur noch einmal betonen, wie normal chaotisch die Familie von Lukas damit ist und wie sehr er sie liebt.
Nun kommen wir noch zu einem Schwung anderer Protagonisten, die keine Menschen sind. Zuallererst kommen wir zu unserer Elfenprinzessin Felicitas. Sie ist herzensgut, liebt das Zaubern, allerdings beherrscht sie es absolut nicht und stiftet damit nur Chaos, weshalb sie auf einem Elfeninternat ist. Dort fühlt sie sich allerdings nicht wirklich wohl und schwänzt deshalb oft den Unterricht. Dadurch lernen sich Felicitas und Lukas auch kennen. Felicitas ist aber nicht nur chaotisch, sondern – wie erwähnt – auch herzensgut, fühlt sich leider oft einsam und ist deshalb begeistert von dem gemeinsamen Abenteuer. Außerdem zeigt Felicitas wirklichen Mut, und das trotz ihrer geringen Größe. Felicitas wird immer von der Katze „Pedora Ulinde naftet von Chibalka“, kurz Punchy, begleitet, die die Aufpasserin von Felicitas ist und Nerven aus Stahl hat – die sie auch definitiv braucht. Und zu guter Letzt kommen wir noch zu Rani, dem Menok. Was genau ein Menok ist, müsst ihr natürlich selbst herausfinden! Aber Rani möchte unbedingt Autor werden und am liebsten ein Buch über Menschen schreiben, weswegen ihm Lukas Eintreffen im Flüsterwald mehr als zugute kommt. Allerdings sind Menschen doch etwas anders als er dachte…Rani ist sehr selbst-überzeugt und liebt Schokolade über alles, auch wenn er sie nicht essen sollte. Obowhl er eigentlich eine sehr ängstliche Persönlichkeit ist, überwindet er seine Ängste, zumindest für die Forschungen;)
Die beste Unterhaltung bieten definitiv die Reibereien von Rani und Felicitas, die gegensätzlicher definitiv nicht sein könnten. Wenn ihr was zu Lachen wollt, müsst ihr hier unbedingt vorbei schauen!

Optik und Haptik

Wie gesagt, war das Buch vor allem ein Cover-Kauf. Ich meine, seht euch dieses traumhafte Cover an! Toll ausgearbeitete Charaktere und wirklich fantasievoller Hintergrund, sowie die Details sind einfach genial. Fantasie und Abenteuer springen einem hier doch gleich ins Gesicht. Die Illustrationen sind dank Timo Grubing ein wahrer Traum. Bevor die Geschichte beginnt, befindet sich im Buch eine Doppelseite, die unsere drei bzw. vier Protagonisten mit einem Bild und einem Steckbrief zeigen. Die Kapitelanfänge werden jeweils von einer tollen Zeichnung geziert, die Hinweise auf die Geschehnisse gibt. Sogar die Seitenzahlen auf jeder Seite sind schön gestaltet!

Die Haptik ist auch super. Das Buch ist nicht nur gebunden, sondern das Cover ist an speziellen Stellen sogar mit einer Art Laminierung versehen, was nicht nur im Licht super cool glänzt, sondern sich auch wirklich toll anfühlt!

Hörbuch

Zu dem Buch habe ich auch das Hörbuch gehört, welches von Timo Weisschnur grandios vertont wurde. Ich bin normalerweise immer etwas heikel bezüglich der Sprecher, aber Timo Weisschnur hat nicht nur eine super spannende und angenehme Erzählerstimme, sondern haucht jedem Charakter mit seinen unterschiedlichen Stimmen Leben ein. Für mich seit langem einmal wieder ein absolutes Hör-Highlight, das ich ziemlich am Stück anhören wollte und auch angehört habe, und definitiv nicht das letzte Mal gehört haben werde!

Fazit

Mir hat die Geschichte rund um Lukas und den Flüsterwald richtig gut gefallen. Sie war authentisch, lustig und dazu noch richtig spannend. Auch die nötigen Geheimnisse rund um den Flüsterwald und den Professor fehlen nicht. Die dunkle Bedrohung bleibt uns noch schleierhaft, aber darüber müssen wir natürlich noch dringend etwas erfahren! Es hat für mich alle Bereiche, die ein gutes (Kinder-) Buch abdecken kann, mehr als erfüllt. Das Kinderbuch eignet sich super ab der 3./4. Klasse zum Selbstlesen (natürlich auch für die älteren Kids absolut lesenswert!), kann aber ruhig auch gemeinsam gelesen oder von Älteren vorgelesen werden, denn diese Geschichte bietet nicht nur den Kindern Spaß. Zudem sind die Kapitel nicht allzu lange, sodass man das Buch wirklich gut etappenweise (vor-)lesen kann. Das Hörbuch kann meiner Meinung nach auch schon von den jüngeren Kids ab der 1. Klasse gehört werden, wenn sie schon abenteuerlustig unterwegs sind.
Der zweite Band und das dazu passende Hörbuch liegen bei mir schon in den Startlöchern, da ich selbst absolut neugierig bin wie es mit allen weitergeht!

☁ ☁ ☁ ☁ ☁ von 5 Wölkchen

  • Autor: Andreas Suchanek
  • Illustrator: Timo Grubing
  • Einband: Hardcover
  • Seiten: ca. 245 Seiten
  • Lesealter: ab ca. 9 Jahre
  • ISBN: 978-3-7641-5175-1

Mitten in der Nacht schreckt Lukas plötzlich aus dem Schlaf hoch. Ein koboldartiges Wesen schleicht durch sein Zimmer und will mit einem Sack voll Diebesgut flüchten. Empört macht sich Lukas an die Verfolgung – mitten in den Wald hinter seinem Haus. Er ahnt noch nicht, dass er damit den Bannkreis zu einer verbotenen Welt durchbrochen hat … zu einer Welt, in der Menschen von schattenartigen Warks gnadenlos gejagt werden. Doch warum konnte Lukas die Grenze zum Flüsterwald überqueren und welche Geheimnisse verbergen sich zwischen den Zweigen der Bäume?

(Quelle: www.ueberreuter.de)

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