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Manga und Comics,  Drama und Slice of Life,  Romance/Liebe

„Böse Mädchen haben keine Lieder“ – Rezension

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„Akuma to Love Song – Böse Mädchen haben keine Lieder“ von Miyoshi Toumori ist eine Reihe, die schon unheimlich lange auf meinem ungelesenen Mangastapel lag. Ich hatte die Reihe vor einiger Zeit schon einmal begonnen, allerdings geriet sie dann zwischen vielen Neuerscheinungen dann doch in Vergessenheit – bis vor kurzem.

Worum geht es in der Reihe?

Es geht um die Schülerin Maria Kawai, die von der angesehenen St. Katria-Mädchenschule geflogen und nun an die örtliche Totsuka Oberschule gewechselt ist. Maria ist ein unfassbar hübsches Mädchen, doch so engelgleich sie aussehen mag, so gegenteilig ist ihr Charakter. Sie ist fast schon brutal direkt und ehrlich, besitzt keinen Filter und sagt immer unverblümt ihre Meinung, was bei ihren neuen Mitschülern mehr als schlecht ankommt. In kürzester Zeit ranken sich nicht nur Gerüchte um sie, sondern sie wird auch ausgegrenzt und von den Mädchen gemobbt.

Davon lässt sie sich nur geringfügig unterkriegen, denn schon seit sie klein ist, singt Maria ihre innersten Gefühle einfach raus. Mit ihrer Stimme und mit der Zeit blicken die beiden gegensätzlichen Freunde Shin und Yusuke hinter ihre harte Schale und erkennen das Mädchen in Maria, das Lügen hasst und immer nur echte Freunde wollte.

So viel zum Beginn der Geschichte.

Meine Meinung zur Story

Die ersten beiden Bände fand ich gut, aber nicht super herausragend. Das könnte natürlich daran liegen, dass ich in den letzten Jahren unwahrscheinlich viel Manga in der Richtung gelesen habe, aber vielleicht auch daran, dass der Manga einfach schon relativ alt ist.

Aber so kann man sich täuschen. Vor kurzem habe ich dann endlich weitergelesen – und die ganze Reihe am Stück inhaliert. Mir fehlten eigentlich die letzten Bände der Reihe, aber ich habe sie so inhaliert, dass ich sie direkt alle bestellt und sofort gelesen habe.

Ich bin vor allem im Slice-of-Life/Drama/Romance-Segment immer skeptisch bei Reihen, die an die zehn Bände und mehr haben, weil sich einfach oft die Story zu sehr zieht oder dann zu viel unnötige Szenen dazu kommen, um die Länge zu rechtfertigen. Hier allerdings hätte ich zu gerne noch ein paar Bände mehr gelesen!

Wie der Titel bereits verrät, spielt Musik hier eine sehr große Rolle. Vor allem der Song „Amazing Grace“ kommt immer wieder vor und ist ein wichtiger Song für Maria und für die Geschichte, aber auch „Ave Maria“ und andere bekannte Werke kommen im Verlauf vor. Ich habe mir während dem Lesen und auch danach noch einige der Lieder angehört und bin sowohl begeistert darüber, wie gut sie zu der Reihe passen als auch darüber, diese wundervollen Stücke einmal wieder bewusst anzuhören.

Die Reihe war weder zu langgezogen noch mit zu viel unnatürlichem Drama, und deshalb einfach richtig gut. Die Geschichte entwickelt sich zu so viel mehr, als in den ersten Bänden thematisiert wird, es gibt viele Entwicklungen und die Geschichte spielt auch über eine etwas längere Zeit. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, aber ich persönlich war absolut begeistert von der Reihe!

Charaktere

Die Charaktere sind mitunter das Beste an der ganzen Reihe. So gut wie alle der Charaktere – Haupt- wie Nebenpersonen – durchlaufen irgendeine Art von Entwicklung, und zwar für mich absolut nachvollziehbare. Manche werden von furchtbar unsympathisch zu sympathisch, bei manchen andersrum, wieder andere rücken damit in den Fokus und man hinterfragt vieles.

Ich möchte die Personen nur kurz anschneiden, allerdings nur so wie sie zu Beginn sind, damit nicht zu viel verraten wird.

Maria Kawai ist unsere Protagonistin. Sie hat eine klassische Schönheit, eine wundervolle Singstimme, allerdings kann sie mit anderen Menschen eher schwer umgehen, da sie immer ungefiltert ihre Gedanken ausspricht, was viele um sie herum verletzt. So weist sie Personen auf Ungerechtigkeiten, aber auch auf Selbsthass oder Selbstzweifel hin, womit die meisten nicht umgehen können, vor allem da Maria sie viel zu direkt und ohne Verständnis darauf anspricht. Doch hinter ihrer brutalen Ehrlichkeit steckt eigentlich ein alleinlebendes Mädchen, das sich nur von Süßem ernährt, da sie bereits vor Jahren ihre Mutter verloren hat und nach dem Rauswurf aus dem Internat nun auch plötzlich ganz alleine leben muss. Sie ist unfassbar hilflos gegenüber Mitmenschen, wo sie eigentlich nur echte Freundschaft kennenlernen möchte.

Maria war als Protagonistin sowohl erfrischend als auch anstrengend. Durch ihre Art kam sie selbst mir oft etwas brutal und forsch vor, sodass man auch die Abneigung anderer durchaus nachvollziehen kann. Trotzdem merkt man, dass Maria selbst etwas ändern möchte, weshalb die Geschichte rund um sie auch mit dreizehn Bänden alles andere als langweilig wurde.

Tomoyo ist eine Mitschülerin, die in der Gruppe Mädchen dabei ist, die Maria zu mobben beginnen. Doch Maria blickt schnell dahinter, dass Tomoyo nur Mitläuferin ist und sich als kleine Idiotin behandeln lässt, weil sie Angst hat, sonst das eigentliche Mobbingopfer zu sein. Was Tomoyo zuerst unheimlich aufstößt, bringt sie dennoch zum Nachdenken und sie möchte sich daraufhin auch verändern, um mehr zu sich selbst zu stehen. Sie kommt einer ersten Freundin am nächsten.

Yusuke Kanda ist der erste aus der Klasse, der auf Maria zugeht. Er ist der Strahlemann, stets gut gelaunt und nett zu allen, doch Maria konfrontiert auch ihn unverzüglich mit ihrer Wahrheit. Doch anstatt sich angegriffen zu fühlen, ist er fasziniert von Marias direkter Art und erkennt dahinter ihre etwas hilflose Art mit Menschen umzugehen. Er kommt einem ersten Freund am nächsten.

Shin Meguro ist Yusukes bester Freund und das absolute Gegenteil von ihm. Er ist der zurückhaltendere, eher pessimistischere Typ, der einen berühmten Pianisten zum Vater hat, allerdings auch kein wirklich aktiver Teil der Klassengemeinschaft. Er sieht wie Yusuke mehr hinter Marias Art und möchte ihr ebenfalls helfen, doch er selbst ist dabei auch etwas unbeholfen. Trotz seiner düsteren Art ist auch seine Hilfe und sein Blick auf Maria eine wichtige Stütze, sodass auch er zu so etwas ähnlichem wie ein Freund wird.

Aya ist eine der Anführerinnen der Mädchentruppe, die nach kürzester Zeit Maria mobben. Sie bringt es unfassbar auf die Palme, dass Maria sich davon nicht einschüchtern lässt und auch noch Unterstützung von Yusuke und Shin bekommt. Sie kann mit Marias Art am wenigsten umgehen und verpasst Maria den Namen „Biest-Marie“.

Dazu kommen tatsächlich noch einige andere Charaktere, aus der Klasse, aus dem Umfeld und später auch aus der Vergangenheit und dem weiteren Geschichtsverlauf. Ich war und bin einfach total fasziniert, was für einen Einfluss die Geschichte auf die einzelnen Charaktere hat und wie sie sich im Verlauf entwickelt haben.

Zeichenstil und optischer Eindruck

Die Reihe war zeichentechnisch für mich etwas gewöhnungsbedürftig, weil der Stil – ob des Alters oder Mangakas wegen – sich deutlich von den üblichen Shojo-Manga unterscheidet. Die ersten zwei Bände konnte ich tatsächlich nicht sagen, ob ich ihn nun mochte oder eher nicht.

Mittlerweile kann ich sagen, dass ich mich im Laufe daran gewöhnt hatte und ihn im Nachhinein wirklich toll finde. Der Fokus liegt ganz klar auf den Charakteren. Sie sind alle deutlich unterschiedlich in ihrem Aussehen, den Details und auch im Stil (z.B. Freizeitklamotten oder in Bewegungen), was mir wirklich wirklich gut gefallen hat! Auch die Emotionen werden toll dargestellt, die Gesichter sind unheimlich ausdrucksstark. Witzig fand ich, dass in manchen humorvollen Situationen auch ein etwas lustigerer Zeichenstil angewendet wurde.

Maria ist wirklich ein hübsches Mädchen, das sich auch deutlich von den anderen unterscheidet. Ich mag ihre Nahaufnahmen oder ihre Darstellung bei Gefühlsausbrüchen sehr gerne. Trotzdem wirkt sie im Vergleich zu den anderen Mädchen und Charakteren nicht fehl am Platz oder unrealistisch übertrieben.

Mein Fazit

Maria ist wirklich unglaublich hübsch, unter ihrer anziehenden Oberfläche schläft aber ein kleines Biest. Man hat sie von der St. Katria-Schule geworfen, angeblich, weil sie gegenüber Lehrern tätlich geworden ist. Deshalb muss sie nun an die Totsuka Oberschule wechseln, und dank ihrer unverblümten, direkten Art und ihrer schonungslosen Kommentare, ist sie auch hier ganz schnell isoliert. Aber ist sie wirklich der Teufel, für den sie alle halten?

(Quelle: Kazé Manga)

  • Titel: „Akuma to Love Song – Böse Mädchen haben keine Lieder“
  • Mangaka: Miyoshi Tomori
  • Übersetzung: Rosa Vollmer
  • Verlag: Kazé Manga
  • Erscheinung (im Deutschen): 2012-2014
  • Erscheinung (im Original): 2007-2011
  • Reihe: 13 Bände
  • Status: abgeschlossen
  • Einband: Broschur/Taschenbuch
  • ISBN Band 1: 978-2-88921-000-8

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